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Höhere Renditen mit Wachstumsstrategien?

Wer diese Seite kennt, der weiß, dass ich die sogenannte Wachstumsstrategie mit Aktien vertrete, und dass es für mich nicht eine, sondern drei idealtypische Wachstumsstrategien gibt:

Damit sich eine Aktie für eine oder mehrere Wachstumsstrategien qualifiziert, muss diese gewisse Kriterien erfüllen, die hier nachzulesen sind.

Alles nur ein Hirngespinst?

Für mein Empfinden waren die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Wachstumsstrategien und den unterschiedlichen Erwartungshaltungen bzgl. Risiko und Rendite plausibel. Dennoch stellte sich irgendwann die Frage: in wie weit kommt die Theorie der Praxis nahe?

Konkret geht es um folgende Fragen:

  • Erzielt man mit den drei Wachstumsstrategien eine höhere Rendite als mit anderen Aktienstrategien?
  • Verhalten sich die drei Wachstumsstrategien bzgl. Risiko und Rendite untereinander wie erwartet?

Da wir die Zukunft nicht kennen, muss zur Beantwortung der Fragen die Vergangenheit herangezogen werden. Hierfür nutze ich die Daten aus der Datenbank des Aktienfinders. Dort sind vorrangig Wachstumsaktien und weitere Aktien von Unternehmen mit allgemeinem Interesse hinterlegt. Aus dem Datenbestand lassen sich auch Daten für Benchmarks ableiten.

Details zur Analyse

Die Benchmarks

Als Vergleichsmaßstab bzgl. Risiko und Rendite dienen:

  • Die Aktien des Dax
  • Die Aktien des Dow-Jones
  • Die Gesamtheit der im Aktienfinder enthaltenen Aktien
  • Die im Aktienfinder enthaltenen Dividenden-Aristokraten
  • Als Bonbon: Die im Aktienfinder enthaltenen europäischen Banken (autsch!)

Im Folgenden nenne ich die Benchmarks der Einfachheit halber „Strategien“.

Quantifizierung von Risiko und Rendite

Risiko

Als Maßstab für das Risiko wird die durchschnittliche Tagesvolatilität der Aktien herangezogen, die im jeweiligen Benchmark vertreten sind. Je höher die Volatilität, desto höher die Schwankungsbreite, desto höher das Risiko.

Randbemerkung zur Volatilität:

Falls Ihnen eine Tagesvolatilität zwischen 1,74% und 2,41% als zu hoch erscheint, so geht es Ihnen wie mir. Ich erkläre mir die hohen Zahlen durch den 16-jährigen Untersuchungszeitraum, in dem die Kurse tendenziell immer weiter gestiegen sind. Die glockenförmige Normalverteilung wird dadurch einseitig verzerrt, was zu einer breiteren Normalverteilung und damit zu einer höheren Volatilität führt. Letztlich ist die Höhe der Volatilität aber egal, weil es primär darum geht, die Volatilitäten – sprich Risiken – der unterschiedlichen Strategien miteinander zu vergleichen. Und das funktioniert nach wie vor.

Eine einfache Einführung zum Thema Volätilität finden Sie bei Gevestor. Etwas detaillierter geht Finanz-Seiten auf das Thema ein.

Rendite

Als Maßstab für die Rendite wird die durchschnittliche jährliche Kurssteigerung herangezogen.

Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich über die letzten 16 Jahre. Für 518 Aktien flossen über zwei Millionen Tagesendkurse (genau: 2.055.320) sowie 29.522 Dividendenzahlungen in die Analyse ein. Aktien, deren Historie sich nicht über die 16 Jahre erstreckt, werden mit den vorhandenen Jahren berücksichtigt.

Währungseinflüsse

Es wird die prozentuale Performance und Volatilität einer jeden Aktie an ihrer Heimatbörse bestimmt. Diese prozentualen Ergebnisse werden dann in Folgeauswertungen aggregiert. Währungen und Wechselkursänderungen spielen deshalb keine Rolle. Es geht hier nicht darum, ihre persönliche Performance als „Euroanleger“ zu bestimmen, sondern eine Performance auf Basis der „tatsächlichen“ Entwicklung der einzelnen Aktie – ohne verfälschende Wechselkursschwankungen. Unsere Beispielsumme von 10.000 sind deshalb weder Euro noch Dollar, sondern neutral „Geld“, dass sich auf Basis der prozentualen Performancesteigerung verändert.

Das Ergebnis

Überblick

Hinweis: Die detaillierte Beschreibung der Überschriften finden Sie im Tooltip der jeweiligen Tabellenüberschrift.

Benchmark Anzahl Aktien Perf ex Div Perf inkl Div Aus 10.000 Vola % Anteil Div
Dax 30 4,48 6,39 26.938 2,41 29,8
Dow Jones 30 8,20 9,60 43.547 1,89 14,2
Aktienfinder 518 9,73 11,09 53.786 2,34 12,2
Europäische Banken 9 -6,50 -2,77 6.379 2,85  
Dividenden-Aristokraten 72 10,74 12,24 63.435 1,74 12,3
Dividenden-Bunker 90 13,79 14,76 90.485 2,23 6,6
Dividenden-Sprinter 59 13,94 14,65 89.147 2,34 4,9
Gewinn-Raketen 35 17,78 18,24 146.009 2,32 2,5

Zunächst sticht der gewaltige Unterschied bzgl. Rendite zwischen den verschiedenen Benchmarks ins Auge. Aus 10.000 „Geld“, angelegt vor 16 Jahren, wurden im besten Fall über 146.000 Geld oder, wenn man in den Dax investierte, nur rund 27.000. Die „Europäische Bankenenstrategie“ zeigt, dass man - wenn auch sehr theoretisch - sogar über einen 16-Jahreszeitraum einen Verlust einfahren konnte. Im Weiteren wird aber nicht mehr auf die Banken eingegangen, da diese handvoll Werte weder repräsentativ für die ganze Branche sind noch irgendein vernünftiger Anleger auf den Gedanken käme, sein Geld ausschließlich in Bankentitel zu investieren.

Dax vs. Dow Jones

Wir sehen zunächst bestätigt, was allgemein bekannt ist: der Dow Jones hängt den Dax bei der Gesamtperformance ab (9,6% zu 6,39%). Interessanter schon, wie hoch der Anteil der Dividenden an der Gesamtperformance beim Dax ist. Knapp ein Drittel der Performance (29,8%) kommt durch Dividenden zustande. Beim Dow Jones ist gerade einmal knapp die Hälfte dessen (14,2%).  Bemerkenswert: obwohl der Dax eine schlechtere Rendite erzielt, ist dessen Volatilität (sprich Risiko) deutlich höher als die des Dow Jones. Von den täglichen Kursausschlägen kann ich dieses Ergebnis gefühlt bestätigen. Aber es ist etwas anderes, dies in Zahlen ausgedrückt bestätigt zu finden.

Fazit: Ausschließlich in Dax-Werte zu investieren, verspricht keine gute Performance.

Dividendenaristokraten vs. Dow Jones

Die Dividenden-Aristokraten schlagen den Dow Jones – und das sehr deutlich (12,24% zu 9,6%). Da war ich mir gar nicht sicher gewesen, weil ich einige Aristokraten im Depot habe, denen in den letzten Jahren die Luft ausging (z.B Nestle und Proctor & Gamble). Aber in meinem Depot befindet sich eben nur ein kleiner Ausschnitt, und dazu ist der Vergeichszeitraum mit 16 Jahren länger als meine Haltedauer. Und ähnlich wie beim Dax vs. Dow Jones auch hier: höhere Rendite bei niedrigerer Volatiltät! Wie war das noch mal in der Wirtschaftstheorie? Höhere Rendite heißt höheres Risiko? Offensichtlich nicht immer. Hätten Sie das gedacht? Ich nicht. Auch eine Erwähnung wert: die Dividenden tragen bei den Aristokraten etwas weniger zu der Gesamtperformance bei als beim Dow-Jones.

Fazit: Eine Anlage in Dividendenaristokraten zahlt sich aus.

Anmerkung: Als Dividendenaristokraten habe ich die Aktien herangezogen, die seit 25 Jahren die Dividende nicht gesenkt haben. Das entspricht nicht zu 100 Prozent der klassischen Definition, wonach die Dividende 25 Jahre am Stück gesteigert werden muss. Aber ich halte den Unterschied für marginal, weshalb ich auf den Zusatzaufwand dieser Ermittlung verzichtet habe.

Nun gelangen wir zum Benchmarking der einzelnen Wachstumsstrategien, die Teil des Aktienfinders sind. Die Frage ist: geht es noch besser?

Dividendenbunker vs. Dividendenaristokraten

Tatsächlich: die Performance der Dividendenbunker übertrifft die der Dividendenaristokraten (14,76% zu 12,24%). Was nicht „so viel“ klingt, ist bezogen auf unser Anlagebeispiel eine Menge Geld: 90.485 zu 63.435. Allerdings wird die Mehrperformance durch eine höhere Volatilität erkauft. Endlich stimmt die Wirtschaftslehre wieder! Der Anteil der Dividenden an der Performance ist deutlich niedriger als bei den Dividendenaristokraten. Auf den ersten Blick ertaunlich, aber leicht zu erklären. Für die Verleihung der Auszeichnung „Dividendenbunker“ spielt die Höhe der aktuelle Dividendenrendite nämlich keine Rolle. Im Fokus steht nicht die Höhe der Dividende, sondern deren Sicherheit.

Fazit: Dividendenbunker schlagen die Aristokraten. Erwartet hatte ich das Ergebnis, weil Aristokraten auch dann die Dividenden erhöhen, wenn das Geschäft nicht gut läuft – einzig um den Status des Aristokraten zu erhalten. Bei den im Aktienfinder implementierten Algorithmen spielen solche „politischen“ Überlegungen keine Rolle und scheiden Aristokraten „mit Ladehemmung“ wie derzeit Exxon oder Procter & Gamble aus.

Dividendensprinter vs Dividendenbunker

Bei der Ermittlung der Dividendensprinter geht es um die Höhe der Dividendensteigerung. Meine Erwartung war, dass diese Wachstumstrategie eine höhere Rendite bei ebenfalls höherer Volatilität erzielt. Dies ist nicht der Fall. Tatsächlich sind die Performanceunterschiede marginal. Ohne Berücksichtigung der Dividende schlägt die Dividenden-Sprinter-Strategie die der Dividenden-Bunker. Doch mit Dividenden dreht sich das Ergebnis um. Erwartet hingegen hatte ich die höhere Volatilität sowie der niedrigere Anteil der Dividenden an der Gesamtperformance der Dividendensprinter.

Fazit: Von der Performance betrachtet, ist auch die Wachstumsstrategie mit Dividendensprintern sehr erfolgreich, werden auch hier die Aristokraten deutlich geschlagen. Die erhoffte Differenzierung zu den Dividendenbunkern erfüllte sich allerdings nicht. Die Frage warum, lässt sich erst nach einer eigenen Detailanalyse beantworten.

Gewinnrakten vs. Dividendensprinter

Ganz ehrlich: wenn sich auch diese Wachstumsstrategie nicht wesentlich von den anderen Wachstumsstrategien abgesetzt hätte, hätte mir das zu denken gegeben. Doch wurden meine Erwartungen einer absoluten Outperformance erfüllt: 18,24% zu 14,65%. In Geld bedeutet dies noch einmal ordentlich eine Schippe drauf: 146.009 zu 89.147. Der mit 2,5% niedrige Anteil der Dividenden am Gesamterfolg ist erwartungsgemäß.

Fazit: Zur mit Abstand erfolgreichsten Strategie sei angemerkt, dass es unrealisch ist, diese historische Performance mit denselben Aktien auch über die nächsten 16 Jahre zu erzielen. Denn leider flacht das Unternehmenswachstum im Laufe der Jahre ab. Dennoch denke ich, dass diese Strategie weiterhin das Potential für die höchste Gesamtrendite besitzt.

Fazit: Wachstumsstrategien erzielen Mehrwert

Jede der drei Wachstumsstrategien schlägt die Dividendenaristokraten und erzielt eine historische Rendite, die weit über der des Dow Jones liegt, vom Dax ganz zu Schweigen. Die im Aktienfinder enthaltenen Algorithmen zur Verleihung der entsprechenden Auszeichnung haben sich also bewährt.

Obwohl sowohl die Algorithmen als auch diese Auswertung auf historischen Daten beruhen, ist das Ergebnis keine selbsterfüllende Prophezeiung. Immerhin erstreckt sich die Auswertung über 16 Jahre, während die Algorithmen entweder auf 5 oder maximal 10 Jahre gehen. Auch basieren Auszeichnungen und Auswertung auf unterschiedlichen historische Daten. Korrelationen, Steigerungsraten und Relationen von Gewinn und Dividenden (Auszeichnungen) stehen Kurs-, Dividendenperformance und Volatilität (Analyse) gegenüber.

Interessant in diesem Zusammenhang, dass von 72 Aristokraten im Aktienfinder ganze 41 nicht eine der drei Auszeichnungen verliehen bekommen. Inbesondere deshalb nicht, weil die Gewinnentwicklung unbefriedigend ist:

Aristokraten Heatmap

Wie Sie sehen, kommen die Aristokraten meist nur als Dividendenbunker in Frage. Für die Auszeichnung als Gewinnrakete reicht es nur bei vier Aristokraten.

Hinweis: Da ein Aristokrat wie jede Aktie mehrere Auszeichnungen erhalten kann, ist die Summe der Fragmente etwas höher als die  Anzahl der Aristokraten.

Allerdings gelang die Ausdifferenzierung zwischen Dividendenbunkern und Dividendensprintern nicht wie erhofft. Ob dies Folgen im Aktienfinder haben wird, ist noch offen und hängt von weiteren Detailanalysen ab.

Aktienfinder erzielt Mehrwert

Ich bin davon überzeugt, dass der Aktienfinder Ihnen helfen kann, enstprechend ihrer Wachstumsstrategie die erfolgversprechendsten Aktien mit minimalem Aufwand vorauszuwählen.

Ich wäre froh gewesen, wenn ein solches Tool bereits 2008 existiert hätte, als ich erste große Summen investiert habe. Voraussichtlich hätte ich heute eine deutlich bessere Depotperformance erzielt, als es nun mit meinem Altdepot der Fall ist. Im Nachhinein umzuschichten, würde für mich zu gravierenden steuerlichen Nachteilen führen, weshalb ich das Depot höchst ungern anrühre.

Ich hoffe, dass es Ihnen eines Tages nicht ähnlich ergeht. Jedenfalls sind heute die Möglichkeiten da. Machen Sie was daraus!

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Kommentar von Alexander |

Wow, klasse Auswertung. Herzlichen Dank dafür.

Da scheine ich mit meiner Mischung aus Dividendenbunker und Dividendensprinter intuitiv gar nicht so schlecht zu liegen. Wobei es mir weniger auf die Gesamtperformance ankommt. Jedenfalls bestätigt dies mein Vorgehen und ich schlafe wieder etwas ruhiger.

Antwort von Torsten

Hallo Alexander,

die einen machen es eben intuitiv richtig, während es sich die anderen - und dazu zähle ich mich - erarbeiten müssen.

Um deinen Schlaf brauchst du dir wirklich keine Sorgen machen - obwohl, wer weiß was Trump als nächstes plant?  ;)

Gruß zurück,

Torsten

Kommentar von Simon |

Interessanter Artikel. Ich muss jedoch anmerken, dass der Vergleich mit dem Dow Jones hinkt. Grund ist, dass der Dow Jones ein preisgewichteter Index ist! Dies bedeutet eine 100 Dollar Aktie hat einen zehnmal höheren Einfluss als eine 10 Dollar Aktie. Und dies obwohl die 10 Dollar Aktie von einem Wert bei weitem größer und wertvoller sein kann.
Noch problematischer wird es bei einem Aktiensplitt. Das Gesamtniveau ist nicht beeinflusst. Das Splitting hat den Einfluss dieser Aktie im Verhältnis zudem anderen des Index reduziert.
Mit jedem anderen Splitting wird die Struktur des Dow Jones von der wirtschaftlichen Realität weggedreht.
Ich empfehle den Dow Jones immer zu ignorieren. Er hat seine populäre Stellung aus sentimentalen und kulturellen Gründen. Ist zudem willkürlich ausgewählt und kaum eine gerechte und totale Darstellung der US Märkte.

Ideal ist der S&P 500. Somit kannst du gleiches mit Gleichem Vergleichen.

Viele Grüße
Simon

Antwort von Torsten

Hallo Simon,

das der DJ preisgewichtet ist, ist ein interessanter Punkt. Im Fall meiner Analyse spielt das jedoch keine Rolle. Ich habe einfach alle 30 Werte genommen und gleich gewichtet (habe also sowohl den Aktienkurs als auch die Marktkapitalisierung ignoriert). Das Selbe habe ich auch beim Dax gemacht. Hätte ich besser erwähnen sollen.

Danke für den Hinweis und Gruß!

Torsten

P.S.: SnP 500 wäre aufgrund der Vielzahl der Unternehmen für mich um einiges schwerer zu analysieren. Abgesehen davon sollte ich dann auch beim Dax auf einen breiteren Index umsteigen. In ein paar Jahren vielleicht, wer weiß? :)

 

 

Kommentar von Simon |

Hallo Torsten,
danke für deine Antwort. Unter dieser Voraussetzung sollte alles passen :-)
Respekt für die viele Arbeit und Aufwand den du aufbringst!

An der Stelle auch ein großes Lob für deine Seite und ein Dankeschön ;)

Viele Grüße
Simon

P.S. Bei einem Index wie der DJ und Nikkei (alles was preisgewichtet ist) bin ich sehr sensibel ;)

Antwort von Torsten

Hallo Simon,

danke für dein Feedback. Ja, solange mir niemand einen Fehler nachweißt, gehe ich davon aus, dass passen sollte. Das schöne ist, dass die Abfrage ab sofort per Knopfdruck funktioniert. Vielleicht baue ich das auch noch live in die Seite ein, falls Interesse besteht.

Gruß zurück!

Torsten

Kommentar von Recke |

Hallo Torsten,

eine tolle Website hast du hier aufgebaut. Letztens erst an einem tristen Wintertag entdeckt und nun wird die von mir täglich genutzt. Weiter so! Ein paar kurze (möglicherweise anfängerhafte )Fragen dazu: woher nimmst du die Daten zur Auswertung? Gibt es eine Möglichkeit, sich die Daten irgendwo kostenfrei automatisiert in ein Excel-File einspeisen zu lassen? Wenn ja existiert diese Möglichkeit auch für andere Werte? Wie weit zurückliegend kann man sich historische Daten anzeigen lassen?

Ich würde gerne etwas mit den Unternehmensdaten herumspielen und dabei auch mal über rein deskriptive Analysen hinaus gehen und beispielsweise den "Regressionsknopf" betätigen oder für gewisse Gruppen mal eine Survival-Analyse drüber laufen lassen.

Bestens

Philipp

Antwort von Torsten

Hallo Philipp,

schön, dass die die Seite gefällt. Deine Fragen sind nicht anfängerhaft, sondern beschäftigen mich teils bis heute. Für die Daten bezahle ich zum größten Teil. Teilweise benutze ich auch kostenlose Quellen, allerdings nur zum Abgleich. Das Problem bei kostenlosen Quellen ist in der Regel die hohe Fehlerrate. Bestes Beispiel hierfür ist Yahoo Finance. Zum "Spielen" kannst du diese Quelle aber ganz gut nehmen. Die haben auch eine Schnittstelle, über die du dir mit Excel-VBA die Daten ziehen kannst. Etwas Googeln und du findest genügend Beispiele hierfür. Wie weit die historischen Daten bei Yahoo zurückreichen, liegt vom jeweiligen Wert ab. Da musst du dann eben schauen.

Gruß zurück und viel Erfolg bei deinem Vorhaben,

Torsten

Kommentar von Robert |

Hallo Torsten,

zuerst möchte ich mich dem Lob meiner "Vorredner" kräftig anschließen!

Folgende Fragen bzw. Anmerkungen habe ich jedoch...sind denn die Dividenden wieder als Anlage eingerechnet worden oder sozusagen "verfrühstückt" worden? Im ersteren Falle ist die Performance tatsächlich ziemlich ernüchternd.
Außerdem, wie von dir richtig bemerkt, ist die Performance der vergangenen Jahre, hier ganz speziell die der Gewinnraketen, nur schwerlich in die Zukunft übertragbar....daher erscheint es mir recht schwer ohne eine Glaskugel zu Hilfe zu nehmen, solche Gewinnraketen für die Zukunft zu identifizieren...oder ist mir hier eine Funktion des Aktienfinders noch verborgen geblieben?!
Demnach erscheint es mir doch durchaus vernünftig sich auf die Dividendenbunker zu konzentrieren!?

Viele Grüße und vielen Dank für deine Arbeit!!

Robert

Antwort von Torsten

Hallo Robert,

in der Tabelle im Artikel siehst du einmal die Rendite mit Wiederanlage und einmal "verfrühstückt". Zusätzlich findest du auch Benchmarks wie Dax oder Dow Jones. Ich weiß nicht, welche Erwartungshaltung du hast, wenn du die Rendite als ernüchternd bezeichnest. Eine Wachstumsstrategie setzt ja auf bewährtes und hat dadurch in Summe weniger Risiko als z.B. eine Aktienstrategie, die auf junge wilde Unternehme oder Turnaround-Kandidaten setzt. Dass man mit relativ geringem Risiko 14 Prozent und mehr machen konnte (ist auch mehr als der SnP 500) finde ich attraktiv.

Die Gewinnraketen ergänzen die klassischen Dividendenwerte. Gerade die Aktien, die die Indizes - z.B. den Nasdaq - antreiben, sind Gewinnraketen (oder Cash-Flow-Raketen, je nach Strategie und Intensivität der Investitionen). Z.B. Alphabet (Google) oder Tencent. Inbesondere um nicht-ausschüttende Aktien mit hohem Renditepotential nicht auszublenden, gibt es diese Kategorie.

Ob man jetzt eher auf Dividendenbunker setzt oder z.B. eine Mischform betreibt, ist jedem freigestellt. Das hängt eben auch von den persönlichen Präferenzen ab.

Lieben Gruß zurück,

Torsten