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Woche der Wahrheit

War es das? Nachdem die Märkte in der zweiten Tageshälfte wieder anzogen und die Volatilität zurückging, liegt die Korrektur möglicherweise hinter uns liegt. Nun ist eine Korrektur am Aktienmarkt nicht ungewöhnlich. Entsprechend viele davon habe ich erlebt und überlebt. Dieser Kurssturz war für mich jedoch etwas Besonderes, weil ich im April letzten Jahres mit dem Verkauf von Optionen begonnen habe. Wie ist es gelaufen?

Die Ausgangssituation

Optionen sind ein Universum für sich, und entsprechend viele Strategien gibt es, um mit Optionen Geld zu verdienen. Bis heute komme ich über die Basisstrategie des Verkaufs einfacher Short Puts und Short Calls auf Aktien nicht hinaus. Ich fühle mich mit Aktien wohl und habe keine Motivation, Futures auf Währungen oder Commodities wie Weizen zu verkaufen und entsprechend Zeit zu investieren, um mich in die Thematik einzuarbeiten und die dazugehörigen Märkte zu verfolgen. Volaprodukte habe ich ausprobiert, weil ich die grundlegende Thematik verstehen wollte, letztlich aber die Finger davongelassen. Ich weiß nicht einmal, wie man auf meiner Handelsplattform putzige Figuren wie Schmetterlinge oder gespreizte Bullen erstellt.

Mein Arsenal, über den Verkauf von Optionen Geld zu verdienen, ist also sehr begrenzt. Zudem haben mich vergangene Verlusttrades gedanklich mehr beschäftigt als gewollt, worunter das eigentliche Tagesgeschäft litt. Entsprechend bescheiden bin ich nun als Stillhalter unterwegs.

Als die Aktienmärkte immer neue Höhen erklommen, habe ich den Verkauf von Put-Optionen Anfang Dezember eingestellt. Sicher, gute Gelegenheiten gibt es immer, aber ich hatte keine Lust, auf die Suche zu gehen. Im Januar schrieb ich lediglich einen einzigen Call auf eigene Aktien. Stattdessen hatte ich, wie in meinem Video „Jetzt Kasse machen?“ angekündigt, überteuerte Aktien in meinem Depot stückchenweise verkauft.

Der Kurssturz

Anfang Februar kam es dann, wie es irgendwann kommen musste: die Kurse brachen ein, die Volatilität sprang an. Und ich erlebte den ersten nennenswerten Kursrückgang als Stillhalter mit der denkbar einfachsten Strategie: Durch Ausübung günstig Qualitätsaktien einsammeln und dabei Prämie kassieren. Um darüber hinaus noch mehr Prämien zu kassieren, habe ich zudem Short-Puts auf den S&P 500 weit aus dem Geld verkauft. Das Ganze nicht an einem Tag, sondern in den fallenden Markt hinein. Also genauso, wie ich zuvor Aktien verkauft hatte, nur in die andere Richtung. Welche Optionen an welchem Tag kann man unter meine Optionen sehen.

Short Put
Kurssprung im eigenen Porftolio von über 100% in unter 60 Minuten. Optionen sei Dank.

Zwischenfazit

All meine Short-Puts sind derzeit aus dem Geld. D.h. ich bekomme möglicherweise nicht eine einzige Aktie günstig angedient. Das wäre schade, weil ich mittelfristig von weiterhin steigenden Kursen ausgehe. Im Vergleich zu Kursgewinnen ist die Prämie von Optionen aus dem Geld um ein Vielfaches geringer. Lediglich Alphabet (Google) habe ich direkt gekauft. Ich sitze also weiterhin auf mehr Liquidität als geplant und schaue möglicherweise bald steigenden Kursen hinterher.

Die weit aus dem Geld liegenden Short Puts auf den S&P 500 sind soweit gut gelaufen. Dabei hat sich bewährt, die Optionen schon bei 50 Prozent Restwert zurückzukaufen, um wieder Optionen schreiben zu können, sobald die Vola erneut anstieg. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, mehr Optionen auf den S&P 500 zu verkaufen, dafür aber weniger Optionen auf einzelne Aktien, so dass ich diese direkt hätte kaufen können.

Stand heute hätte ich deutlich mehr von dem Kurssturz profitieren können. Einmal mehr ist mir klar geworden, welches die Nachteile des Short Put zum Zweck der Ausübung sind. Das Binden von Liquidität verbunden mit dem Risiko, trotz zwischenzeitlich attraktiver Kurse nicht zum Zug zu kommen. Voraussichtlich werden wir im weiteren Verlauf des Bullenmarktes jedoch weitere Kursturbulenzen erleben. Ich werde versuchen, es dann besser zu machen. Dabei hilft mir der Aktienfinder sowohl bei der Auswahl qualitativ hochwertiger Aktien als auch bei der Bestimmung des fairen Werts, um den Kaufpreis festzulegen.

Wir werden sehen, ob die nächste Woche die angedeutete Rückkehr zur Normalität bringt oder es weiterhin interessant bleibt. Allen Aktionären wünsche ich langfristig steigende Kurse mit Wachstumswerten und allen Optionshändlern, dass ihre Strategie wie geplant funktioniert.

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