Wachstums-Portfolios

CocaColaHätten Sie Anfang 1970 für 100 Dollar Coca-Cola Aktien gekauft, so hätten diese Aktien bis August 2016 inklusive ausgeschütteter Dividenden einen Wert in Höhe von knapp 22.000 Dollar, was einer jährlichen Rendite von rund 12,5 % entspräche.

Und hätten Sie letzten letzten Samstag Lotto gespielt und sechs Richtige getippt, so wären Sie heute Millionär.Lotto

Soll heißen: "hätte" ist schön und nett, aber im Nachhinein hört sich immer alles einfach an. Die Frage ist doch: funktioniert ein Investment in Wachstumswerte auch in der Realität?

Um Ihnen hierauf eine Antwort zu geben, werden drei Depots vorgestellt, die auf Wachstumswerten basieren und dennoch jeweils einen anderen Schwerpunkt haben.

Echtporfolio „Cash Flow“

Dies ist eines meiner echten Depots. Ziel soll sein, über Dividenden und die Einnahme von Prämien über den Verkauf von Optionen einen möglichst hohen laufenden Ertrag zu erzielen. Die laufenden Erträge sollen nicht auf Kosten der langfristigen Depotperformance gehen.

Echtportfolio Rente-Mit-Dividende

Dies ist das echte Depot von Alexander. Dem Betreiber der Seite rente-mit-dividende.de. Dieses Depot dient seiner Altersvorsorge. Es hat bereits eine stattliche Größe erreicht und befindet sich weiter im Aufbau.

Wikifolio Dividendensprinter

Dieses Wikifolio ist der Livetest für eine der drei idealtypischen Wachstumsstrategien. Gekauft werden ausschließlich Aktien mit der Auszeichnung „Dividendensprinter“.

Kommentare


Kommentar von Siegfried |

Alle Dividendentabellen die ich kenne, weisen die Rendite ohne Steuerabzüge aus. In D zieht man mir 26,375% ab, in USA 30%, usw. In wenigen Ländern, zB GB wird ohne Abzüge gezahlt. Eine deutsche Dividende von 4% bringt mir also weniger in die Tasche als eine englische von 3%. Wo kann ich eine Tabelle mit Nettorenditen, die die länderspezifischen Abzüge berücksichtigt, finden?

Antwort von Torsten

Hallo Sigfried,

ich vermute, du wünschst dir eine Liste wie diese hier:

http://wachstumswerte.net/Blog/geld-zurueck-aber-wie-viel.html

Beim Bundesamt für Steuern bekommst du eine vollständige Liste. Diese ist wegen vieler Sonderfälle, etc. aber auch schwerer zu lesen. Generell gilt aber, dass du du dank der Doppelbesteuerungsabkommen mit vielen Staaten nicht mehr als den deutschen Steuersatz bezahlst. Vorausgesetzt, du forderst den dir zustehenden Teil der Quellensteuer vom Ausland zurück. Das kann formulartechnisch mehr oder weniger aufwändig sein. Siehe als Beispiel hier:

http://wachstumswerte.net/Blog/geld-zurueck-aber-wie.html

Gruß,

Torsten

Kommentar von Benjamin |

Hi!
Super Seite! Habe sie heute zufällig gefunden und gleich zu meiner Favoritenleiste hinzugefügt :-)
Darf man Fragen wo du die Daten (z.B. Payout-Ratio) her hast, da es leider viele Seiten gibt und manchmal die Daten sehr voneinander abweichen.

Antwort von Torsten

Hallo Benjamin,

da freut sich meine Seite natürlich, dass sie sich auf deiner Favoritenliste wiederfindet - und mit ihr dessen Autor :)

Das Pay-Out-Ratio habe ich selbst ausgerechnet (Dividende / Gewinn - ist ja nicht allzu schwer). Die Basisdaten dafür sind teils aus dem Internet, teils händisch. Hierfür habe ich eine eigene Oberfläche nur für die Datenpflege.

Dass die Daten nicht überall konsistent sind, bzw. hier und da fehlerhaft, lässt sich leider kaum vermeiden, weil die Pflege der Daten doch recht aufwendig ist und tw. auch Interpretationsspielraum besteht (z.B. beim bereinigten Gewinn).

Gruß,

Torsten

Kommentar von Eberwinz |

Hallo Torsten,

vielen Dank schon mal vorab für deine tolle Seite, der Aktienfinder ist wirklich ein tolles Produkt!

Ich bin in diesem Fall über verschiedene Podcast auf dich und deine Seite gestoßen, sehr interessant fand ich das Interview mit dem Finanzrocker. Seit dem befasse ich mich nun auch noch intensiver mit aktiver Anlage von Einzelaktien- bislang spare ich „nur“ ETFs (World/EM) und dies möchte ich mir auch beibehalten.

Ich habe nun einige Fragen und ich hoffe du magst sie mir beantworten. Solltest du es nicht wollen weil es eventuell über die reine „Blogauskunft“ hinausgeht verstehe ich das natürlich :)

Fragen:

(1) es werden verschiedene Dividenden-ETF angeboten , in diese kann sogar via Sparplan investiert werden, z.B.

iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)
ISIN DE000A0F5UH1

Hier wird eine Auschüttungsrendite von 5,57% angegeben- bedeutet dies also dass bei einer Anlage i. H. v. 10.000 EUR eine (jährliche?) Rendite von 557 EUR ausgeschüttet wird und nach Steuern ca 407 EUR überbleiben ? Das wäre doch dann ziemlich gut , korrekt ? Vor allem weil es doch sehr kostengünstig und einfach angelegt werden kann (z. B. DKB, Sparplan aktuell kostenlos oder falls Gebühren dann Max 1,50 EUR pro Ausführung).

Dadurch dass in ca 100 Werte in 3 großen Regionen investiert wird, ist auch die Diversifikation gegeben.

Um dieses Ergebnis mit Einzelwerten zu erreichen scheint es doch wesentlich teurer zu werden , oder habe ich einen Denkfehler ?

Oder sind die enthaltenen Werte Deiner Meinung einfach zu schlecht bzw. werden diese zu spät / zu selten ausgetauscht?

Welchen Vorteil hätte Deiner Meinung nach dann die Anlage in Einzelaktien?

(2) was hälst du darüberhinaus von sog. „Hochdividendenwerte“ wie z. B. in diesem Artikel vorgestellt (Luis Pazos beim Finanzwesir):
https://www.finanzwesir.com/blog/hoch-dividendenstrategie

Würden sich solche Werte auch in deiner Datenbank finden oder kommt das für dich nicht in Frage ?

(3) wenn man nun doch „aktiv“ in Einzelwerte investieren möchte - wieviele verschiedene Einzeltitel sollte man d.M.n. auf jeden Fall im Depot haben (10-30? Oder eher 30-100?) und welchen Betrag sollte man mindestens pro Einzelposition investieren (500-1000 EUR?)

(4) sind deine Wissensinformationen/Formulare bzgl. „Steuern“ bereits auf dem Stand 2018? Oder wird dieser Bereich noch von dir bearbeitet ? Welche sind die gravierendsten Änderungen und worauf sollte man als Dividendenanleger am meisten Acht geben ?

Ich hoffe sehr dass du mir hier noch ein wenig Fachwissen vermitteln kannst und ich dann final entscheiden kann welche die nächsten Schritte sein werden. Zu Deiner Information, ich habe vor kurzem mein altes „aktives“ Fonddepot komplett aufgelöst (um weitere hohe Gebühren zu sparen) und den Betrag zunächst auf dem Tagesgeldkonto zwischengeparkt. Nun soll der nächste Schritt wohl überlegt sein :)

Vielen Dank für Deine Hilfe !

Gruß
Eberwinz

Antwort von Torsten

Hallo Eberwinz,

"Hier wird eine Auschüttungsrendite von 5,57% angegeben"

Die Auschüttungsrendite hat als Berechnungsgrundlage den Fondswert vom letzten Jahr Ex-Tag. D.h. der Fonds sollte wegen der steigenden Märkte heute mehr wert sein und ensprechend die Rendite niedriger als 5,57%.

Definition hier:

http://fondsabc.erste-am.com/ausschuettungsrendite/

Zu den Transaktionskosten kommen noch die laufenden Kosten von rund einem halben Prozent hinzu. Siehe hier:

https://www.onvista.de/etf/ISHARES-STOXX-GLOBAL-SELECT-DIVIDEND-100-DE-UCITS-ETF-EUR-DIS-ETF-DE000A0F5UH1

"Um dieses Ergebnis mit Einzelwerten zu erreichen scheint es doch wesentlich teurer zu werden , oder habe ich einen Denkfehler? Oder sind die enthaltenen Werte Deiner Meinung einfach zu schlecht bzw. werden diese zu spät / zu selten ausgetauscht?"

Wennn ich mir einfach nur auf den gewöhnlichen Brokerseiten den ETF anschaue, sieht mir die Performance im Vergleich zu dem Benchmark nicht so toll aus:

https://www.comdirect.de/inf/etfs/detail/uebersicht.html?SEARCH_REDIRECT=true&REDIRECT_TYPE=ISIN&REFERER=search.general&ID_NOTATION=31122306&SEARCH_VALUE=DE000A0F5UH1

Ich werde an dieser Stelle aber keine Einzelanalyse für einen ETF machen wollen. Einzelanlage oder ETF ist eine Geschmacksfrage. Mir macht es Spaß, direkt in Aktien zu investieren. Das ist Vorausssetzung. Du kannst im Zweifel ja zweigleisig fahren. ETF lassen und anfangen, einzelne Aktien zu kaufen, falls dies finanziell machbar ist.

"(2) was hälst du darüberhinaus von sog. „Hochdividendenwerte“ wie z. B. in diesem Artikel vorgestellt (Luis Pazos beim Finanzwesir):
https://www.finanzwesir.com/blog/hoch-dividendenstrategie"

Kann man machen. Aber das ist definitiv nichts für Anfänger, weil die Anlagen im Vergleich zu gewöhnlichen Wachstumsaktien doch eher exotisch sind. Außerdem brauchen die meisten Anleger keine laufenden Einkünfte aus Kapitalvermögen, sondern sparen auf spätere Zeit, z.B. die Rente. Da ist dann die Vermögensvermehrung besser.

"(3) wenn man nun doch „aktiv“ in Einzelwerte investieren möchte - wieviele verschiedene Einzeltitel sollte man d.M.n. auf jeden Fall im Depot haben (10-30? Oder eher 30-100?) und welchen Betrag sollte man mindestens pro Einzelposition investieren (500-1000 EUR?)"

10 Einzeltitel sollten es schon sein. Bei über 30 droht man den Überblick zu verlieren. Ein vierstelliger Betrag pro Position wäre sinnvoll.

"(4) sind deine Wissensinformationen/Formulare bzgl. „Steuern“ bereits auf dem Stand 2018? Oder wird dieser Bereich noch von dir bearbeitet ? Welche sind die gravierendsten Änderungen und worauf sollte man als Dividendenanleger am meisten Acht geben ?"

Bitte eigene Recherchen anstellen. Das Thema Steuern ist etwas zu umfangreich. Außerdem bin ich da nur soweit im Bilde, wie ich es für meine Belange brauche. Über steuerliche Änderungen bei ETFs z.B. weiß ich nur am Rande Bescheid.

Gruß,

Torsten